Predigt vom 10.12.2017 2.Advent

2017-12-10 _2._ Advent
Schrifttext: Mk 1,1-8
Du musst deine Leben ändern


Liebe Schwestern und Brüder,
Du mußt Dein Leben ändern! Das ist der Ruf des Johannes am 2.
Advent! Du mußt Dein Leben ändern! So hallt es aber auch durch die
Medienlandschaft unserer Zeit. Der Hausarzt empfiehlt mehr Sport.
Gesundheitsapostel fordern den Veggie-Tag , mehr Gemüse und Obst in
Kindergärten und Schulen. Ökopropheten raten, auf Kalorienbomben wie
Dominosteine, Marzipanformate, leckere Kaffeekapseln Espresso zu
verzichten. Warentester vermiesen die Freude an quietschbunten
Spielwaren und Weichmachern. Kinder esst mehr Bio-Eis, weniger
Gummibärchen. Der Papst will das Smartphone auf dem Petersplatz
verbieten. Klimaexperten verlangen die Reduzierung der Feinstaubbelastung: Fahr mehr Fahrrad, weniger Auto. Und Johannes der Täufer
meint, ändert euer Leben, das heiße auch, mehr an Gott und die
Endlichkeit des Lebens zu denken.
Ändert euer Leben! Eine unglaubliche Predigerei und Moralisiererei ist
da unterwegs. Das Problem ist nur: Die meisten interessiert das gar
nicht. Weiterlesen

Predigt vom 28.11.2017 – Christkönig

2017-11-28_Christkönig
Schrifttext Mt, 25-46
Die Melodie Gottes


Liebe Schwestern und Brüder,
da ist eine Hochzeit mit einer jungen wunderschönen Braut. Sie trägt ein
hübsches kostbares Brautkleid. Der Bräutigam stammt aus einer gut
betuchten Schicht der Stadt. Es soll bei dieser Hochzeit an nichts fehlen.
Die beiden lieben sich. Das merkt jeder.
Aber dann, aber dann kommt der Hochzeitstanz, der alles verändert.
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Predigt vom 11.11.2017 _ Laterne Gewissen

2017-11-11-  32. Sonntag im Jahreskreis 2017

Schrifttext: Mt 25,1-13

Thema: Laterne Gewissen

 

Liebe  Schwestern und Brüder,

Novemberzeit ist Laternenzeit. Laternen auf den Gräbern der Toten, Laternenumzüge bei Halloween, St. Martin, Nikolaus.

Aber was suchen wir mit unseren Laternen?

In manchen Städten, so las ich im Internet, gibt es Kindergärten, die lassen Anfang November die Kinder entscheiden, ob sie lieber Halloween oder St. Martin feiern wollen, ob sie um den Kürbis tanzen möchten oder lieber die alte Geschichte spielen, wo der Soldat auf dem Pferd seinen Mantel mit dem frierenden Bettler teilt. Die meisten Kinder entscheiden sich für Halloween, obwohl doch das Fest überhaupt keine Wurzeln in unserem Kulturkreis hat, sondern eher im angelsächsischen, keltischen Raum.

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Predigt vom 5.11.2017 – Machs Maul auf

2017-11-5 Predigt zum 31. Sonntag im Jahreskreis 2017
Text: Mt 23,1-12
Thema: Mach`s Maul auf

Liebe Schwestern und Brüder,

im September war ich zu einem Seminar in der Stadt Schmalkalden in Thüringen. Schmalkalden ist bekannt durch den Schmalkaldischen Bund. Da haben sich 1531 die evangelischen Fürsten und Städte getroffen, um diesen Bund gegen die Katholiken zu schließen. Das ganze sollte mit einem Gottesdienst beginnen, in dem Martin Luther die Predigt halten sollte. Luther bekam aber plötzlich fürchterliche Gallenkoliken und übergab die Predigt an einen anderen Pfarrer. Der war sich total unsicher, was er denn da sagen sollte. Luther wurde das irgendwann zu bunt und er sagte zu dem Kollegen in  seiner derben Sprache: „Steig auf die Kanzel rauf. Tritt fest auf. Mach`s Maul auf und hör bald wieder auf.“ Weiterlesen

Predigt vom 1.11.2017 – Allerheiligen

2017-11-01 Allerheiligen 2017

Schifttext Mt 5,1-12

Thema: So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein

Liebe Schwestern und Brüder,

„So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein.“ So heißt das letzte Buch des großen Theater-, Film-, und Opernregisseurs Christoph Schlingensief, der 2010 im Alter von 49 Jahren starb. Es ist das Tagebuch seiner Krebskrankheit. „Nach der soundsovielten Chemotherapie war ich so schwach, dass ich lernen musste, einfach nur auf dem Sofa zu liegen und Gedanken zu denken. Und was sind das für quälende Gedanken? Wütende, trotzige, traurige, verzweifelte Gedanken?“  Manche von Ihnen, die in ähnlicher Lage waren oder Menschen darin erlebt haben, kennen dieses endlose Gedankenkarussell.

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Predigt vom 22.10.2017 – Geld

2017-10-22_ 29._Sonntag im_Jahreskreis_Predigt
Evangelium: Mt 22, 15-21
Thema: Geld

Liebe Schwestern und Brüder,
von der Sogwirkung des Kapitals, des Geldes, wird folgende Fabel
erzählt:
„Einmal haben zwei Jungen im Gebüsch einen Dachs entdeckt, der da
friedlich nach Würmern suchte. Als die Jungen ihn fangen wollten, lief
der Dachs fort. Sie verfolgten ihn. Als der Dachs in seinem Bau
verschwand, da griff ein Junge mit seiner Hand in die Höhe und schrie:
„Jetzt hab ich ihn, jetzt habe ich ihn, jetzt hab ich ihn.“ Dann aber
wendete der Ruf sich ins Gegenteil: „Oh weh, jetzt hat er mich, jetzt hat
er mich, jetzt hat er mich…“
Diese kleine Fabel wurde erzählt, um eine Aussage zu machen über den
Umgang des Menschen mit dem Geld. Es ist kein Problem, wenn einer
Geld hat, aber wenn das Geld ihn hat, dann wird es problematisch. Weiterlesen

Predigt vom 15.10.2017 – Teufel

2017-10-15_28. So._i-_ J._Predigt
Mt 22, 1-10
Abschied vom Teufel?

Liebe Schwestern und Brüder,
glauben Sie an den Teufel? Gibt es ihn wirklich, der in der Bibel mit
anderen Namen Satan oder Beelzebul heißt? Existiert er sogar im Plural
als viele Dämonen. Schon vor Jahren erschien ein Buch, das große
Aufmerksamkeit bekam. Abschied vom Teufel, hieß es. Die Hölle gibt es
nicht mehr. Der Teufel ist abgeschafft.

Der Teufel ist abgeschafft? Manchmal frage ich mich: Weiß das auch der
Teufel, dass er abgeschafft ist? Natürlich ist der Teufel keine
personifizierte Gestalt, die nachts um die Häuser, über die Friedhöfe,
durch die Wälder schleicht. Die Kirche behauptet, es gibt diese Kraft des
Bösen, die im Menschen und zwischen den Menschen wirksam ist. Und
manchmal denke ich, es gibt sie sogar in dummen Politikern, die mit dem
atomaren Feuer oder dem Schicksal von Millionen von Menschen
spielen.

In der Bibel ist die Macht des Bösen Gegenspielerin gegen die Macht
des Guten. Sie äußert sich z.B. in einem Satz des Apostel Paulus:
„Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht
will“. Machen wir nicht bisweilen die Erfahrung, dass da Gefühle mit uns
durchbrennen, dass wir gemein sein können, obwohl wir es gar nicht
wollten, neidisch, eifersüchtig, wütend oder sogar hasserfüllt. Man muss
sich nicht Pech und Schwefel, Fegefeuer und Höllenqualen ausdenken,
um das Böse kennenzulernen. Man muss ihm nur bis zu den eigenen
Abgründen entgegengehen. Weiterlesen