Kopf hoch, sonst siehst Du die Sterne nicht

Hervorgehoben

So lautet der Titel des neuen Buches von Ullrich Auffenberg

Da viele Menschen nach einem religiösen Sinn in der derzeitigen Krise fragten, hat der Bonifatius Verlag Paderborn im November Auffenberg gebeten, dazu das vorliegende Buch zu verfassen. „Wenn in herausfordernden Zeiten das Herz schwer wird oder die Decke auf den Kopf fällt, verändern die Erzählungen dieses Buches unseren Blickwinkel. Texte voller Zuversicht und Hoffnung führen in Weite und Vertrauen.“ So schreibt der Verlag zu diesem Buch. Es eignet sich auch als Mutmach-Geschenk zu Ostern. Gebundenes Buch, 152 Seiten, 12,90 €, ISBN 978-3-89710-8844

Predigt vom 14.11.2021 – Abriss der Tradition

2021-11-14-33.So.i.J. – Evangelium Mk 13,24-32

Abriss der Tradition

Liebe Schwestern und Brüder,

der Allerheiligentag war in diesem Jahr ein wunderschöner sonniger Herbsttag. Viele Menschen waren auf den Friedhöfen, standen an den Gräbern ihrer Angehörigen. Ich bin vormittags segnend über den Wewelsburger Friedhof gegangen. Als ich gefühlt eine Stunde unterwegs war und den Friedhof gerade verlassen wollte, da winkte mich eine einzelne Frau, die allein an einem abseits gelegenen Grab stand, herbei. Es war ihr wichtig, dass ich ihr Grab auch segnete. Weiterlesen

Predigt vom 1.11.2021 – Allerheiligen auf dem Friedhof

2021-11-01 Allerheiligen auf dem Friedhof

DENK-Mal

Liebe Schwestern und Brüder,

Denk-Mal, so nenne wir die Zeichen auf den Gräbern, die wir am Allerheiligen besuchen. Die Verstorbenen fordern uns also auf: Denk-Mal an mich, Vergiss mich nicht, lass mich nicht aus deinem Herzen fallen.

Was steht auf ihren Denkmälern, liebe Mitchristen. Die Namen ihrer Lieben, vielleicht auch die biographischen Daten. Findet sich dort ein Bild, ein Kreuz, eine Madonna, eine Christusfigur, ein Engel, oder eine Leiter, eine Brücke, eine Sonne…All diese Bilder drücken aus, dass wir in Verbindung bleiben, dass unsere Verstorbenen nicht weg sind, sondern eine Existenz in unseren Herzen und in der Nähe Gottes haben.

Aber es gibt in manchen Gräbern auch Symbole, die sehen wir nicht, weil sie bei der Beerdigung mit in den Sarg gelegt wurden: Bilder die Kinder gemalt haben, ein Ehering, eine Halskette, sonst ein Schmuck, ja man könnte sagen, Grabbeigaben, die symbolisch den Verstorbenen stärken sollen auf seinen Weg in das ewige Leben. Weiterlesen

Predigt vom 24.10.2021 Weltmission

2021-10-23_30._So.i._J._Weltmissionssonntag

Mk 10,46-52

Schlusslicht

Liebe Schwestern und Brüder,

in einem Seminar hatten wir den Menschen die Frage gestellt: An welchen Stellen unseres Lebens hat uns der Glaube geholfen? An welchen hat er uns aber auch behindert und enttäuscht. Unter den Teilnehmenden war eine junge Frau, die von Geburt an blind war. Ich nenne sie hier Andrea. Sie erzählte, dass sie als Kind eine katholische Blindenschule besucht hatte. Sie tat sich in einem Fach schwer mit dem Unterrichtsstoff. Es kam hinzu, dass die Lehrerin sie nicht leiden konnte. Und wenn Andrea wieder etwas nicht konnte, dann sagte die Lehrerin manchmal: Andrea ist unser Schlusslicht. Das ist, scheint mir, der Gipfel des Zynismus, einem blinden Menschen zu sagen: Du bist ein Schlusslicht. Aber die Lehrerin hielt sich für sehr gläubig, betete mit den Kindern vor und nach dem Unterricht. Wenn auf solch drastische Weise Glaube und gelebtes Leben auseinander brechen, dann darf man sich nicht wundern, dass Kinder und Jugendliche den Glauben in ihrer Lebensgeschichte eher als belastend, denn als Hilfe erfahren haben. Weiterlesen

Predigt vom 17.10.2021 Die ersten – die Letzten

2021-10-17 29. So.i.J. – Mk 10, 35 -45

Die ersten, die letzten

Liebe Schwestern und Brüder,

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Dieser Satz ist wie eine Klatsche für die Jünger. Sie hatten sich gerade Gedanken darüber gemacht, wie wichtig sie doch sind, und dass sie in der Firma oder in der Partei dieses Wanderpredigers von Nazareth, der so gut bei den Leuten ankam, zumindest einen Vorstands-oder Ministerposten verdient hätten. Weiterlesen

Predigt vom 2.10.2021 – Erntedank

2021-10-02_27._So._J._Erntedank
Mk 10,10-16

Vor 36 Jahren zu Erntedank 1985 habe ich folgendes Gedicht von W.
Michler zitiert:

Wortwechsel
werbe-wochen
wecken wünsche
wieder wachsen
wegwerf-wälle
während wohlstand
weiter wächst,
weichen wälder,
welken wiesen,
wehen winde
wüsten-wege.
Wolken-wirbel,
wasser-warnung,
wetter-wende,
wandelwetter
wann wohl werden
wirk-lichkeiten
wege weisen?
wieder worte?
wider-worte!
Wacher werden,
wege wechseln.
wer?
wir! Weiterlesen

Predigt vom 5.9.2021 – Fühlen

2021-09-05-23.S_i._J._Fühlen
Wer nicht hören will muss fühlen
Mk 7,31-37

Liebe Schwestern und Brüder,
„wer nicht hören will, muss fühlen.“ Als Kinder haben vielleicht viele von
uns diesen Satz mehrfach am Tag gehört, von ihren Eltern, von den
Lehrern? War das Inhalt einer schwarzen Pädagogik nach dem Vorbild
von Struwwelpeter, die nicht selten mit körperlichen Strafen arbeitete?
Oder stand dahinter die Erkenntnis, dass der Mensch viel stärker über
das Gefühl als über das Hören und die verstandesmäßige Erkenntnis
lernt. Weiterlesen