Predigt vom 11.3.2018 – Lichtblickgottesdienst

2018-03-11_Lichtblickgottesdienst

Erinnerung

Liebe Schwestern und Brüder,

Sie alle verbindet:

Ein geliebter Mensch ist gestorben: der Ehemann? Die Ehefrau? Der Vater, die Mutter? Eine Tochter, der Sohn, der Bruder, die Schwester….wer auch immer…ein Einschnitt in Ihrem Leben, der in manchen Zeiten nicht begreifbar, nicht tragbar, nicht aushaltbar erscheint. Manchmal denken Sie vielleicht: Wär ich nur mitgestorben. Ich will auch nicht mehr leben. Und doch schaffen Sie es? Sie schaffen es, jeden Tag aufs Neue am Leben zu bleiben, oder besser im Leben zu bleiben. Aber was ist das für ein  Leben, in dem Sie vielleicht von einer Leere in die andere stürzen, von einem sinnlosen Tag in den anderen? Ich wünsche Ihnen Menschen, die mit ihnen sprechen  und Sie fragen: Wie schaffst Du das mit deiner Trauer? Und Sie spüren vielleicht: Die Antwort liegt in Ihnen selbst, in ihrem Innern. Und Er-Innern ist ein Paradies, aus dem Sie niemand mehr vertreibt. Denn von dem Menschen, den Sie verloren haben, ist auch etwas in Ihnen geblieben. Weiterlesen

Predigt vom 11.3.2018 – Schwer in Ordnung

2018-03-11_4._Fa._So.
Schwer in Ordnung ,Joh 3,14-21

Wer die Wahrheit tut, kommt ans Licht.

„Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.“  Dieser Spruch ist auf vielen Todesanzeigen zu lesen. Ich frage mich manchmal: Kann man das von Dir sagen, wenn Du an des Lebens Rand trittst. Durch dich war ein bischen mehr Licht in der Welt? Oder war da mehr Schatten? Habe ich mehr Ärger, Streit, schlechte Laune in die Welt gebracht?

Dann wieder tröstet mich die Erfahrung, dass ich in meinem Leben schon weit über tausend Beerdigungen begleitet habe und eigentlich feststellen muss: Etwas Licht war durch jeden dieser Verstorbenen in der Welt, manchmal spärlich, aber immerhin. Weiterlesen

Predigt vom 4.3.2018 – Gott Smartphone

2018-03-04  3. Fastensonntag
Gott  Smartphone
Joh 4,5-42

Liebe Schwestern und Brüder,

hören Sie dieses Gebet an Gott Smartphone:

Smartphone, du bist bei mir, du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, ich trag dich bei mir.

Selbst von fern erkennst Du meine Gedanken.

Ob ich wache oder schlafe, es ist dir bekannt,

dir sind vertraut all meine Beziehungen.

Noch liegt die Nachricht ungeschrieben vor mir,

du kennst sie bereits. Weiterlesen

Predigt vom 27.01.2018 – Authentisch sein

2018-01-27- Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis 2018 Authentisch sein

Mk 1,21-28

 Liebe Schwestern und Brüder,

das Meinungsumfrage-Institut Forsa hat im letzten Jahr eine Umfrage gemacht zu der Frage: „Welche Einrichtungen und Institutionen in Deutschland genießen bei Ihnen das größte Vertrauen?“ Das Ergebnis war: Mit 80 % Zustimmung standen die Universitäten ganz oben, gefolgt von der  Polizei, den Schulen und dem Verfassungsgericht. Die  evan-gelische Kirche rangierte mit  45 % im Mittelfeld, die katholische Kirche landete mit 27 % an 29. Stelle von 38 Befragten, direkt vor den Banken, der Börse und dem Zentralrat der Muslime, also im untersten Drittel.

Eine Einrichtung wie unsere Kirche, deren Kernthema Vertrauen, Glaube ist, hat in der Öffentlichkeit kaum noch Glaubwürdigkeit? Das läßt mich nicht kalt. Woran liegt das? Am Missbrauchsskandal, am Reichtum, an der Moral oder der Monotonie der Gottesdienste, an dem negativen Bild, das viele Medien verbreiten? Gründe mag es viele geben. Ich will dem nicht nachgehen. Ich frage mich nur: Fehlt in dieser Gesellschaft etwas, wenn die Kirche fehlt? Oder stärker gefragt: Fehlt etwas, wenn Gott fehlt, wenn Jesus fehlt? Von Jesus wird heute im Evangelium gesagt: Er sprach wie einer, der Vollmacht hat, also wie einer, der echt, authentisch, der glaubwürdig ist. Darum schlug er so viele Menschen in seinen Bann. Er hatte diese Glaubwürdigkeit, die wir so vermissen. Weiterlesen

Predigt vom 1.1.2018 – Neujahr

2018-01-01_Neujahr

Ein Guter Stern über Deinem Neuen Jahr

Liebe Schwestern und Brüder,

Der schönste Neujahrsgruß, den ich vorgestern bekam, hieß: Über deinem Neuen Jahr möge ein guter Stern stehen.

Der Maler der Mona Lisa, der große Wissenschaftler des 15. Jahrhunderts, Leonardo da Vinci, hat den Satz geprägt: „Binde deinen Karren an einen Stern.“ Hab im Leben eine Hoffnung, eine Vision. Ich sehe hier in der Kirche heute Abend viele ältere Menschen, die schleppen schon einen ziemlich schweren Lebenskarren mit sich herum, gefüllt mit ganz viel Arbeit, aber auch mit Erfahrungen von Abschieden, Trauer, Krankheit oder Enttäuschungen. Ist ihnen im letzten Jahr auch ein Stern aufgegangen, der es leichter machte, den Lebenskarren zu ziehen? Vielleicht die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, eine Gesundheit nach einer Krankheit, ein glücklicher Augenblick in der Familie, im Urlaub oder sogar beim Gottesdienst?

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Predigt vom 24.12.2017 – Heilig Abend

2017-12-24_Heilig_Abend

Vom Neben-Menschen zum Mit-Menschen

Liebe Schwestern und Brüder,

„wir sehen im anderen Menschen nicht Mit-Menschen, sondern Neben-Menschen. Das ist der Fehler.“ Sagt ein Wort von Albert Schweizer. Sie haben in diesem Weihnachtsgottesdienst Menschen neben sich. Wie werden die Nebenmenschen zu Mitmenschen? Schauen Sie doch einfach mal nach rechts, nach links, nach vorne und hinten und reichen sie sich die Hand und wünschen sie  sich Frieden und Segen.—– Merken Sie, wie durch Zu-Wendung zum anderen, durch Hin-Wendung aus Neben-Menschen plötzlich Mit-Menschen werden können.

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Predigt vom 17.12.2017 3.Advent

2017-12-17_3.Advent
Joh 1,6-8.19-28
Tore öffnen


Liebe Schwestern und Brüder,
warum heißt es im bekanntesten Adventslied eigentlich: „Macht hoch die
Tür, die Tor macht weit..“? Türen macht man doch nicht hoch, die macht
man auf. Die Tore hochzuheben ist ein Bild aus den alten Liedern, den
Psalmen des Alten Testaments. Da waren die Menschen in Palästina
als Nomaden unterwegs und lebten in Zelten. Die Zelttüren rollte man
nach oben. So heißt es in Psalm 24 „Hebt euch nach oben ihr Tore, hebt
euch ihr uralten Pforten.“

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