Predigt vom 9.6.2019 – Kopf hoch

2019-06-09_Pfingsten Schrifttext Joh 14 ff

Kopf-Hoch

Liebe Schwestern und Brüder,

„Kopf hoch, sonst siehst Du die Sterne nicht.“ So lautet ein Sprichwort.

Als meine Eltern mich mit 10 Jahren an den Pforten eines Internats abgaben, in dem ich die nächsten Jahre bleiben sollte, sagten sie: Kopf hoch, Junge. Weiterlesen

Predigt vom 26.5.2019 – Frieden durch Vergebung

2019-05-26_6._Ostersonntag – Schrifttext Joh 14,23-29

Thema: Frieden durch Vergebung

Liebe Schwestern und Brüder,

im August sind es 70 Jahre her, dass ich in der Landesfrauenklinik in Paderborn geboren wurde. Damals begrüßte mich die Hebamme mit diesen Worten: Herzlich willkommen auf dieser Erde. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, welches Glück Du hast. Erst vor wenigen Wochen wurde das Grundgesetz verabschiedet, die wahrscheinlich beste Verfassung der Welt. Weiterlesen

Predigt vom 5.5.2019 – Hirten-Seelsorge

2019-05-05_ 3._ Ostersonntag

Joh 21, 14-19

Hirten-Seelsorge

Liebe Schwestern und Brüder,

hier in der Almeregion sieht man immer noch Schafherden friedlich auf den Feldern und Wiesen grasen. Wenn die Schafe nicht gerade eingepfercht sind in weitläufige Zäune, dann sieht man sie bewacht von einem Hirten.

Manchmal sehe ich einen Schäfer, der auf einen Stab gestützt seine Tiere wachsam im Blick hat. Ein Schäfer kennt jedes einzelne Tier seiner Herde genau, weiß um dessen Eigenheiten und Marotten. Schier unverzichtbar für die Arbeit des Schäfers: der Hirtenstab. Damit kann er die Herde auf dem Weideplatz leiten, Tiere sortieren, manchmal über den Rücken streichen, wenn ein Schaf besonders unruhig ist.

Der Hirtenstab ist Vorbild für den Bischofsstab, den Stab des Papstes. Weiterlesen

Predigt vom 21.4.2019 -Ostersonntag

2019-04-21_Ostersonntag

Lk 24, 1-12

Selbstbestimmter Tod?

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich nehme an, dass sie bei diesem wunderbar vorhergesagten Wetter heute einen Spaziergang machen. Wie ein solcher Spaziergang vor 200 Jahren aussah, schildert Goethe in seinem berühmten Gedicht im

Faust I.

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale gründet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in raue Berge zurück. Weiterlesen

Predigt vom 19.4.2019 – Karfeitag

2019-04-19_Karfreitag

Liebe Schwestern und Brüder,

Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär.

Und der bleierne Schatten, der niederfällt, lastet grabesschwer.“

So dichtet die aus Deutschland vertriebene jüdische Schriftstellerin Else Lasker Schüler in ihrem Jerusalemer Exil in den vierziger Jahren, als sie zerrissen wird vom Heimweh nach Deutschland.

Wenn ich die letzte Zeit betrachte, dann wiederholt sich das:

Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär.“ Weiterlesen

Predigt vom 18.4.2019 – Gründonnerstag

2019-04-18 Gründonnerstag

Joh 13, 1-5

Thema Rituale

Liebe Schwestern und Brüder,

Tut dies so oft ihr es tut zu meinem Gedächtnis. Dieser Satz Jesu, zum ersten Mal gesprochen am Gründonnerstag und seither in jeder Messe ist sein Testament. Das heißt, wir sollen in Verbindung bleiben mit unseren Mitmenschen, aber auch mit Gott. Diese Verbindung kann lebensrettend werden. Ich sprach kürzlich mit einem 18-jährigen Jungen aus Afghanistan. Er erzählte, wie er als 12-jähriger 2013 aus Afghanistan geflohen ist. Weiterlesen

Predigt vom 20.1.2019 – Die Stunde Jesu

2019-01-20_2._So._i._J._2019

Die Stunde Jesu

Schrifttext Joh 2,1-11

Liebe Schwestern und Brüder,

der langjährige Erzbischof von Mailand, Kardinal Martini, erzählte, dass in Italien die Brautleute oft sehr arm sind und sich eine große Hochzeitsfeier in einem Restaurant nicht leisten können. Sie feiern deswegen gerne im Freien, oft auf dem Kirchplatz. Einmal habe es in Strömen geregnet, sagte der Kardinal, und das Hochzeitspaar habe den Pfarrer gebeten, in der Kirche nur einen kleinen Empfang gestalten zu dürfen mit ein bischen Kuchen und einem Schlückchen Wein. Aus dem Schlückchen Wein wurden bald mehrere Gläser. Die Leute sangen fröhliche Lieder, begannen zu tanzen. Die Stimmung stieg, es wurde lauter und lebhafter. Der Pfarrer wurde ganz unruhig ob dieses Trubels und erregte sich: „Das geht doch nicht, so ein Theater in meiner Kirche.“ Der Küster, der in der Nähe war, sagte: „Was regen sie sich denn so auf? Schließlich war doch Jesus auch mal auf der Hochzeit zu Kana und hat bis zum Ende mitgefeiert.“ „Ja“, sagte der Pfarrer“, das stimmt, „aber da war kein Tabernakel mit dem Allerheiligsten darin.“ Weiterlesen