Predigt vom 11.6.2020 – Fronleichnam

2020-06-11 Fronleichnam  – Sinn des Lebens

Liebe Schwestern und Brüder,

„Wohin sollen wir gehen, um den Sinn des Lebens zu finden?

Wohin soll ich gehen, wenn ich hier in Siddinghausen lebe, und den Sinn des Lebens suche? Nach Büren in die Werkstrasse, zum Richard Hesse Marktkauf? Da ist in den Regalen der Fleisch- und Fischabteilung, im Getränkemarkt manch Verlockendes zu finden, das das Leben angenehm auspolstert. Oder soll ich gehen in die Burgstrasse, in die Drogerien, die Pizzeria oder in die Apotheke mit ihren Beruhigunspillen, den Aufputschmitteln oder soll ich gehen in die dunklen Ecken der Drogenscene oder in die Kneipen mit den legalisierten Drogen? Ohne Weichmacher ist doch der Alltag kaum noch auszuhalten. Weiterlesen

Predigt vom 7.6.2020 Dreifaltigkeit

2020-06-07_Dreifaltigkeit_Erschöpft

Thema: Erschöpft

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich war am letzten Sonntag in einer Familie, die vier Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren hat. Die Mutter sagte: „Also nach inzwischen zehn Wochen Corona sind wir aneinander erschöpft.“ Mit anderen Worten meinte sie wohl: „Wir gehen uns gewaltig auf  den Geist.“ Ich fand das einen interessanten Ausdruck: „Wir sind aneinander erschöpft.“ Das heißt doch: Wir haben alle Möglichkeiten unserer Beziehungen ausgeschöpft im Reden, mit Spielen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten, beim Homelearning…“ Jetzt sind wir erschöpft, müde, leer, ausge-powert… sind gereizt, werden aggressiv, ungerecht im Umgang miteinander…… Weiterlesen

Predigt vom 31.5.2020 – Pfingsten – Berührung

2020-05-31 Pfingsten

Berührung

Schrifttext Joh 20, 19-23

Liebe Schwestern und Brüder,

haben Sie das gerade gehört: Jesus haucht die Menschen an, ohne Mund- und Nasenschutz. In diesen Coronazeiten wäre das ganz undenkbar. Aber Seelsorge geht bei Jesus immer über Nähe, über Berührung. Wie oft reicht er Menschen die Hand, richtet sie auf. Auch Handgeben geht nicht in Coronazeiten. Wie sehr sich Menschen aber in der Seelsorge nach Berührung sehnen, habe ich mal eindrucksvoll von einem Kollegen gehört. Seine Geschichte erzähle ich: Weiterlesen

Predigt vom 21.5.2020 – Christi Himmelfahrt

2020-05-21_Christi_Himmelfahrt – Kopernikus

Der 27. April 1961 war der Tag, an dem ich meinen Kinderglauben verlor. An diesem Tag  kehrte der erste Mensch aus dem Weltall zurück, der russische Kosmonaut Juri Gagarin. Nach der Landung soll er gesagt haben: „Gott, den habe ich dort oben nicht gefunden.“ Heute weiß man: Er hat diesen Satz nie gesprochen. Er wurde ihm von der Propaganda der UDSSR in den Mund gelegt. Weiterlesen

Predigt vom 17.5.2020 – Du wirst nicht sterben

2020-05-17-6._Ostersonntag_Du_wirst_nicht_sterben

Liebe Schwestern und Brüder,

„Einen Menschen lieben heißt ihm zu sagen: Du wirst nicht sterben.“ So lautet ein Satz des französischen Philosophen Gabriel Marcel. Hätten wir uns das nicht alle gewünscht in den letzten Wochen dieser Coronazeit, dass da einer gekommen wäre und uns gesagt hätte: Du wirst nicht sterben. Oder vorher noch: Du wirst nicht krank. Aber so sicher kann das keiner sagen. Weiterlesen

Predigt vom 15.03.2020 – Ökovirus

2020-03-15_ 3._ Fa_So.

Ökovirus

 

Was Umweltschutzprediger und Friday-for-Future-Demos nicht schaffen, gelingt einem Virus, das die Welt bedroht: Massenhaft werden Reisen abgesagt. Statt bei meetings verständigen sich Geschäftsleute über Videokonferenzen. Die Bahn wirbt mit verbilligten Tickets dafür, das Auto stehen zu lassen. Pläne für Urlaub in der Ferne werden verworfen, ebenso Klassenfahrten. Der Ölverbrauch sinkt. Menschen verkneifen sich die Lust, dem Herdentrieb  Richtung Events nachzugeben. Shoppingtouren werden eingeschränkt. Man kocht zuhause, statt ins Restaurant zu gehen. Handelsmessen fallen aus. Satellitenaufnahmen aus dem Weltraum zeigen, wie weniger Produktion in Großbetrieben die Luftverschmutzung in China drastisch verringert hat. Das Klima freut sich. Der Klimawandel ist abgebremst. Weiterlesen

Predigt vom 23.02.2020 – Feindesliebe

2020-02-23_ 7._ So._i._J.

Feindesliebe

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Mann, 30 Jahre alt, totkrank, spricht sein Abendgebet und trägt es in sein Tagebuch ein. Es lautet:

„Ewiger Gott, es ist 21.30 Uhr, Zeit zu schlafen. Segne, Heiliger Gott, alle Lebenden, segne alle Toten, nah und fern. Segne, höchster, auch meine Feinde.“ Es ist der letzte Tagebucheintrag vom seligen Karl Leisner, 19 Tage vor seinem Tod am 25. Juli 1945.

Weiterlesen