Predigt vom 09.02.2020 Feuersbrunst vor 200 Jahren – Erdcharta heute

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Feuersbrunst vor 200 Jahren – Erdcharta heute

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind die Häuser dieses Dorfes nicht mehr mit Stroh gedeckt wie vor 206 Jahren, als 2/3 von ihnen Opfer einer großen Feuersbrunst  wurden, an die wir mit dem Agathatag erinnern. Heute haben wir eine moderne Feuerwehr, Blitzableiter, sind versichert gegen Hagel, Sturm und andere Katastrophen.

Warum sollten wir denn noch auf Gott vertrauen, um nicht gefährdet zu sein? Warum den Brauch der ewigen Anbetung zu Agatha, die Hagelprozession bis halbwegs Kneblinghausen gehen. Gottvertrauen ist nicht mehr nötig, wir vertrauen der Technik, der Versicherungspolice.

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Predigt vom 24.11.2019 – Vergebung sofort

2019-11-24_Christkönig – Vergebung sofort

Liebe Schwestern und Brüder,

es ist der grausamste Augenblick, den man sich denken kann. Wenige Minuten vor dem eigenen Tod, den schrecklichsten Tod, den Menschen sterben können, den Tod durch Ersticken. Der Mann aus Nazareth hängt zwischen Himmel und Erde, quält sich am Kreuz regelrecht zu Tode. Neben ihm zwei Schwerverbrecher, Mörder wahrscheinlich oder Terroristen. Denn nur solche wurden im römischen Reich gekreuzigt. In dieser schrecklichsten aller Lebenssituationen sagt einer der Schwerverbrecher zum Rabbi Jesus: „Meister, denk an mich, wenn Du in dein Paradies kommst.“ Und der hat die Kraft zu reagieren, trotz allem. Er antwortet nicht, wie man es bei einem solchen Schwerverbrecher erwarten sollte. Er sagt nicht: Dann musst Du erst einmal beichten oder vor einem Gericht ein Geständnis ablegen, aufzählen, was Du alles verbrochen hast in deinem Leben. Darauf musst Du alles bereuen und dein Urteil erwarten. Vielleicht heißt dieses Urteil: Hölle sofort. Oder mindestens 100 Jahre Fegefeuer. Das alles sagt er nicht. Weiterlesen

Predigt vom 10.11.2019 – Grenzen überwinden

2019-11-10_ 32. So._i._J. – Thema: Grenzen überwinden

Liebe Schwestern und Brüder,

wenn ich diesen Draht gestern vor 30 Jahren angefasst hätte, dann lebte ich jetzt nicht mehr. Denn da war er noch Bestandteil der innerdeutschen Grenze. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs haben Christen aus Heiligenstadt in Thüringen aus Teilen dieses Zaunes Kreuze gemacht. Unten sehen sie einen Bestandteil des Lamellenzauns, oben drüber gleichsam wie eine Dornenkrone den Stacheldraht.

Mit fiel in jener Nacht der Psalm 126 aus der Bibel ein, der geschrieben wurde, als die Israeliten im 6. Jahrhundert vor Christus nach über 60- jähriger Gefangenschaft in Babylon als ein kleiner Haufen zurückkehrten nach Jerusalem. Weiterlesen

Predigt vom 27.10.2019 – Schuld darf sich sehen lassen

2019-10-27_30._So._i._J._  – Schuld darf sich sehen lassen

Liebe Schwestern und Brüder

Sie hatte einen Augenblick lang nicht aufgepasst. Schon war sie mit ihrem PKW in einer Autobahnauffahrt auf die falsche Spur geraten. Nach wenigen hundert Metern kollidierte sie mit einem anderen Fahrzeug. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Eine starb noch am Unfallort. Sie selbst blieb abgesehen von einigen Blessuren unverletzt.

Kann ein solcher Mensch sich schütteln und einfach weiterleben? Weiterlesen

Predigt vom 8. 9.2019 – Wangari Maathei-Vom Pflanzen und Weitergeben

2019-09-08_23.So.i.J. – Wangari Maathei  Vom Pflanzen und Weitergeben

Liebe Schwestern und Brüder,

Es sind in diesen Septembertagen 8 Jahre her, dass im Jahre 2011 eine der größten Frauen unserer Zeit gestorben ist, die erste afrikanische Frau, die 2004 den Friedensnobelpreis bekam. Wangari Maathei aus Kenia. Sie hat sich in unglaublicher Weise eingesetzt für die Frauen in Afrika, die in weiten Teilen von ihren Männern wie Sklaven gehalten werden, die unter Beschneidungen und an deren grausamen Ritualen zu leiden haben. Weil sie mutig dagegen anging, hat sie Jahre ihres Lebens im Gefängnis verbracht, oft unter schwerer Folter. Aber nicht darum bekam sie den Nobelpreis, sondern weil sie erkannt hat, dass Frauenrechte, Menschenrechte und Umweltrechte zusammenhängen. Mit Tausenden von Frauen hat sie die Green Belt Movement, die Grüngürtel-Bewegung Afrikas gegründet. Weil diese Bewegung schon bis 2004 45 Millionen Bäume gepflanzt hat, trägt Wangari Maathei den Ehrentitel „Mutter der Bäume“. In Ihrer Rede zur Preisverleihung sagte sie: Weiterlesen