Predigt vom 31.5.2020 – Pfingsten – Berührung

2020-05-31 Pfingsten

Berührung

Schrifttext Joh 20, 19-23

Liebe Schwestern und Brüder,

haben Sie das gerade gehört: Jesus haucht die Menschen an, ohne Mund- und Nasenschutz. In diesen Coronazeiten wäre das ganz undenkbar. Aber Seelsorge geht bei Jesus immer über Nähe, über Berührung. Wie oft reicht er Menschen die Hand, richtet sie auf. Auch Handgeben geht nicht in Coronazeiten. Wie sehr sich Menschen aber in der Seelsorge nach Berührung sehnen, habe ich mal eindrucksvoll von einem Kollegen gehört. Seine Geschichte erzähle ich: Weiterlesen

Predigt vom 21.5.2020 – Christi Himmelfahrt

2020-05-21_Christi_Himmelfahrt – Kopernikus

Der 27. April 1961 war der Tag, an dem ich meinen Kinderglauben verlor. An diesem Tag  kehrte der erste Mensch aus dem Weltall zurück, der russische Kosmonaut Juri Gagarin. Nach der Landung soll er gesagt haben: „Gott, den habe ich dort oben nicht gefunden.“ Heute weiß man: Er hat diesen Satz nie gesprochen. Er wurde ihm von der Propaganda der UDSSR in den Mund gelegt. Weiterlesen

Predigt vom 17.5.2020 – Du wirst nicht sterben

2020-05-17-6._Ostersonntag_Du_wirst_nicht_sterben

Liebe Schwestern und Brüder,

„Einen Menschen lieben heißt ihm zu sagen: Du wirst nicht sterben.“ So lautet ein Satz des französischen Philosophen Gabriel Marcel. Hätten wir uns das nicht alle gewünscht in den letzten Wochen dieser Coronazeit, dass da einer gekommen wäre und uns gesagt hätte: Du wirst nicht sterben. Oder vorher noch: Du wirst nicht krank. Aber so sicher kann das keiner sagen. Weiterlesen

Predigt vom 15.03.2020 – Ökovirus

2020-03-15_ 3._ Fa_So.

Ökovirus

 

Was Umweltschutzprediger und Friday-for-Future-Demos nicht schaffen, gelingt einem Virus, das die Welt bedroht: Massenhaft werden Reisen abgesagt. Statt bei meetings verständigen sich Geschäftsleute über Videokonferenzen. Die Bahn wirbt mit verbilligten Tickets dafür, das Auto stehen zu lassen. Pläne für Urlaub in der Ferne werden verworfen, ebenso Klassenfahrten. Der Ölverbrauch sinkt. Menschen verkneifen sich die Lust, dem Herdentrieb  Richtung Events nachzugeben. Shoppingtouren werden eingeschränkt. Man kocht zuhause, statt ins Restaurant zu gehen. Handelsmessen fallen aus. Satellitenaufnahmen aus dem Weltraum zeigen, wie weniger Produktion in Großbetrieben die Luftverschmutzung in China drastisch verringert hat. Das Klima freut sich. Der Klimawandel ist abgebremst. Weiterlesen

Predigt vom 23.02.2020 – Feindesliebe

2020-02-23_ 7._ So._i._J.

Feindesliebe

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Mann, 30 Jahre alt, totkrank, spricht sein Abendgebet und trägt es in sein Tagebuch ein. Es lautet:

„Ewiger Gott, es ist 21.30 Uhr, Zeit zu schlafen. Segne, Heiliger Gott, alle Lebenden, segne alle Toten, nah und fern. Segne, höchster, auch meine Feinde.“ Es ist der letzte Tagebucheintrag vom seligen Karl Leisner, 19 Tage vor seinem Tod am 25. Juli 1945.

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Predigt vom 09.02.2020 Feuersbrunst vor 200 Jahren – Erdcharta heute

2020-02-09_5._So._i._J.

Feuersbrunst vor 200 Jahren – Erdcharta heute

Liebe Schwestern und Brüder,

heute sind die Häuser dieses Dorfes nicht mehr mit Stroh gedeckt wie vor 206 Jahren, als 2/3 von ihnen Opfer einer großen Feuersbrunst  wurden, an die wir mit dem Agathatag erinnern. Heute haben wir eine moderne Feuerwehr, Blitzableiter, sind versichert gegen Hagel, Sturm und andere Katastrophen.

Warum sollten wir denn noch auf Gott vertrauen, um nicht gefährdet zu sein? Warum den Brauch der ewigen Anbetung zu Agatha, die Hagelprozession bis halbwegs Kneblinghausen gehen. Gottvertrauen ist nicht mehr nötig, wir vertrauen der Technik, der Versicherungspolice.

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Predigt vom 24.11.2019 – Vergebung sofort

2019-11-24_Christkönig – Vergebung sofort

Liebe Schwestern und Brüder,

es ist der grausamste Augenblick, den man sich denken kann. Wenige Minuten vor dem eigenen Tod, den schrecklichsten Tod, den Menschen sterben können, den Tod durch Ersticken. Der Mann aus Nazareth hängt zwischen Himmel und Erde, quält sich am Kreuz regelrecht zu Tode. Neben ihm zwei Schwerverbrecher, Mörder wahrscheinlich oder Terroristen. Denn nur solche wurden im römischen Reich gekreuzigt. In dieser schrecklichsten aller Lebenssituationen sagt einer der Schwerverbrecher zum Rabbi Jesus: „Meister, denk an mich, wenn Du in dein Paradies kommst.“ Und der hat die Kraft zu reagieren, trotz allem. Er antwortet nicht, wie man es bei einem solchen Schwerverbrecher erwarten sollte. Er sagt nicht: Dann musst Du erst einmal beichten oder vor einem Gericht ein Geständnis ablegen, aufzählen, was Du alles verbrochen hast in deinem Leben. Darauf musst Du alles bereuen und dein Urteil erwarten. Vielleicht heißt dieses Urteil: Hölle sofort. Oder mindestens 100 Jahre Fegefeuer. Das alles sagt er nicht. Weiterlesen