Buchveröffentlichung

Hervorgehoben

Wie können wir in einer Welt voller Krisen und Unsicherheiten Gelassenheit finden? Ullrich Auffenberg gibt in 36 kurzen Kapiteln Antworten, die berühren und zum Nachdenken anregen. Mit Geschichten aus dem Leben, spirituellen Einsichten und praktischen Impulsen lädt er ein, Gelassenheit als Lebenskunst zu entdecken – nicht als passive Haltung, sondern als aktive Kraft, die uns trägt und befreit.

Gelassenheit als Lebenskunst

„Gelassenheit ist die Sehnsucht des Menschen, zum inneren Punkt des seelischen Gleichgewichts zu gelangen. ‚Lassen‘ zu können, bedeutet nicht, sich zurückzulehnen, um endlich das Leben genießen zu können. Es ist eine Haltung, auf die wir Menschen in jeder Lebensphase existenziell angewiesen sind.“

Predigt vom 3.1.2026

2. So.-n.Weihnachten

Liebe Schwestern und Brüder,

einer der größten deutschen Kabarettisten war der 2006 gestorbene Niederrheiner Hans Dieter Hüsch. In den letzten Jahren seines Lebens wurde Hüsch zum Prediger. Einmal beschäftigte er sich in einem Kabarett-Vortrag mit der Frage „Gibt es einen Gott?“ Er begann diesen Vortag mit folgenden Sätzen: 

„Kürzlich wurde ich auf der Strasse gefragt: „Existiert Gott?“ “Klar habe ich geantwortet, existiert der liebe Gott. Ich kenne doch seine Schwester.

Die lebt in Paderborn und  arbeitet da in einer Wäscherei in der Stadtheide. Sie hat schweres Rheuma.  Kürzlich hab` ich ihr geholfen, die schweren Wäschewagen zu fahren. Da ist der liebe Gott vorbeigekommen und hat sich bei mir bedankt. Ich habe ihm gesagt, er soll mich doch mal in den Himmel einladen, dass ich all meine Verwandten dort sehe, die schon gestorben sind. Das hat er auch gemacht. Er hat mich abholen lassen in den Himmel, und ich hab sie alle dort getroffen: Tante Käthe, Onkel Rudolf, Oma Mia. Denen ging es richtig gut da. Und Jesus habe ich auch gesehen. Der saß im Cafè Nikodemus, hat Mühle gespielt, war sehr freundlich, muß ich sagen, sehr freundlich. Dann ist der liebe Gott wieder mit mir nach Paderborn zurückgefahren, auf dem Fahrrad. Seitdem treffen wir uns öfter, der liebe Gott und ich. Manchmal kommt er nicht, weil er verhindert ist. Aber es ist immer gut, wenn wir uns treffen. Weiterlesen

Predigt vom 31.12.2025 – Silvester Vincenzkrankenhaus

Liebe Schwestern und Brüder,

„Der du die Zeit in Händen hast, Herr nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen.“ So beginnt ein Neujahrslied, das der Theologe und Dichter Jochen Klepper zu Neujahr 1938 gedichtet hat.

Wie war für uns das Jahr 2025, eher belastend oder eher ein Segen? Vielleicht hat jemanden die Last einer Krankheit eingeholt und er/sie musste die Weihnachtstage im Krankenhaus verbringen. Oder es ist in der Nähe jemand gestorben. Trauer ist eine schwere Last. Möglichweise gab es auch Konflikte, einen Streit der nicht ausgräumt werden konnte und jetzt redet man nicht mehr miteinander. Man würde ja so gern um Vergebung bitten, aber der andere hört mir nicht mehr zu, er ist für mich unerreichbar.Die Last der Sprachlosigkeit. Eine andere Last ist die des Versagens. Eine Mutter erzählte mir von Ihrem Sohn. Nach acht Semestern hat er das Jura-Studium abgebrochen und weiß jetzt gar nicht mehr, was er machen soll. Hängt nur noch tatenlos rum. Es droht Alkoholsucht. Die Liste dieser persönlichen Belastungen ließe sich fortschreiben, von der Arbeitslosigkeit die droht bis zur Miete, die man nicht mehr bezahlen kann. Wie sehr hofft man doch, dass sich das alles 2026 in Segen verwandelt. Weiterlesen

Predigt vom 27.12.2025 – Heilige Familie

Liebe Schwestern und Brüder,

wir erfahren heute und in diesen Tagen, dass die Heilige Familie keine heile Familie, keine idyllische Familie von einem Biedermeierbild war, sondern eine absolute Schicksalsfamilie, wie wir ihnen  millionenfach auch in unserer Zeit begegnen. Wir sehen einen jungen Mann und eine hochschwangere Frau auf einem Esel, die gezwungen sind durch die römische Besatzungsmacht einen Weg von 152 km von Nazareth nach Bethlehem zurückzulegen. Nicht über Schienen oder eine Autobahn, sondern durchs Gebirge, durch Wüsten. Was für eine Leistung für diese Familie und für den Esel; dann kommen sie an in Bethlehem, und das Kind drängt plötzlich, auf die Welt zu kommen. Da müsste man doch jetzt einen Rettungswagen bestellen, um die Frau ins Krankenhaus zu bringen. Aber da ist kein Krankenhaus, kein Arzt, keine Hebamme. Da ist nicht einmal ein Platz im billigsten Hotel der Stadt, nur im Stall. Mensch haben keinen Platz für den menschwerdenden Gott, nur die Tiere. Sie stellen sogar ihre Nahrungsquelle zur Verfügung, ihre Futterkrippe.  Weiterlesen

Predigt vom 25.12.2025 – Weihnachten

Predigt zu Weihnachten 2025 – Joh 1,1-18

Liebe Schwestern und Brüder,

Im September dieses Jahres 2025 haben drei Schwestern des ehemaligen Klosters Goldenstein in Österreich den Aufstand gewagt, Schwester Bernadette 88 Jahre alt, Schwester Regina, 86 Jahre und Schwester Rita, 81 Jahre, alle drei Augustiner Chorfrauen, ehemalige Lehrerinnen. Man hatte ihr Kloster Anfang 2024 aufgelöst und die drei Schwestern in ein Altenheim verbracht. Die konnten sich damit nicht abfinden, haben sich im September ein Auto gemietet und sind in ihre alte Heimat zurückgefahren, um dort weiter zu leben. Dort fanden sie das Kloster verwüstet vor, das Refektorium, die Kapelle, die Klosterzellen alles voller Gerümpel. Sie begannen mit der Entrümpelung.                      Weiterlesen

Predigt vom 14.12.2025 – Freuet Euch

3. Adventssonntag                                                                                      

Freuet euch

Liebe Schwestern und Brüder,                                                                         Freuet euch. Noch einmal sage ich, freuet euch. Ruft dieser Sonntag.                                                 Darf man sagen „Freuet euch“ mit den Bildern im Kopf von dem brutalen  mörderischen Kriegen in Europa, Sudan, Gaza.  Freuet euch, wo die Zukunft der Rente, der Pflege, all der Sozialleistungen so  unsicher geworden sind. Freuet euch, wo mir doch täglich auch privat so viele Sorgen auf der Seele liegen?                                                                 Dürfen wir Weihnachten feiern inmitten einer Welt, die knistert, bedroht und zerrissen ist, von der wir kaum wissen, wie die Zukunft wird, ob wir weiterhin zum großen Teil nur Zuschauer der Katastrophen bleiben oder sogar selbst hineingezogen werden? Wir sind des russischen Tyrannen nächstes Ziel, wir in Holland, in Deutschland, sagte  der Nato-Generalsekretär Mark Rutte diese Woche. Weiterlesen

Predigt vom 2.12.2025 – Der Ruf Nawallnys

2. Adventssonntg – Der Ruf Nawallnys

Liebe Schwestern und Brüder,

Das war die Stimme eines Rufers in der  Wüste. Gibt sie noch, solche prophetischen Stimmen wie bei Johannes, dem Täufer? Im Jahre 2024 konnten wir eine hören aus der Eiswüste einer russischen Strafkolonie am Polarkreis. Da wurde im Februar Alexej Nawallny umgebracht. Weiterlesen

Predigt vom 23.11.2025 – Christkönig

Wem gehört mein Leben?

Liebe Schwestern und Brüder,

In dieser Woche sind zwei existentielle Fragen höchst aktuell geworden. Sie lauten:

Wem gehört unser Leben, und darf ich über meinen Tod selbst entscheiden? Die Zwillingsschwestern Ellen und Alice Kessler galten einst als die schönsten Frauen der Welt, begeisterten auf den größten Bühnen der Welt unzählige Scharen von Menschen. Im hohen Alter welkt die Schönheit und wie allen Menschen stellte sich auch ihnen die Frage: Wie umgehen mit meiner Endlichkeit, der zunehmenden Gebrechlichkeit. Die Kesslerzwillinge haben entschieden: Wir sind gemeinsam auf die Welt gkommen und wir verlassen sie gemeinsam. Bei der deutschen Gesellschaft für humanes Sterben haben sie wahrscheinlich den Antrag gestellt auf Beihilfe zum Suicid, auf aktive Sterbehilfe. Nach beratung durch Juristen und Ärzte haben sie wahrscheinlich grünes Licht bekommen. Weiterlesen