Predigt vom 4.3.2018 – Gott Smartphone

2018-03-04  3. Fastensonntag
Gott  Smartphone
Joh 4,5-42

Liebe Schwestern und Brüder,

hören Sie dieses Gebet an Gott Smartphone:

Smartphone, du bist bei mir, du kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, ich trag dich bei mir.

Selbst von fern erkennst Du meine Gedanken.

Ob ich wache oder schlafe, es ist dir bekannt,

dir sind vertraut all meine Beziehungen.

Noch liegt die Nachricht ungeschrieben vor mir,

du kennst sie bereits. Weiterlesen

Predigt vom 27.01.2018 – Authentisch sein

2018-01-27- Predigt zum 4. Sonntag im Jahreskreis 2018 Authentisch sein

Mk 1,21-28

 Liebe Schwestern und Brüder,

das Meinungsumfrage-Institut Forsa hat im letzten Jahr eine Umfrage gemacht zu der Frage: „Welche Einrichtungen und Institutionen in Deutschland genießen bei Ihnen das größte Vertrauen?“ Das Ergebnis war: Mit 80 % Zustimmung standen die Universitäten ganz oben, gefolgt von der  Polizei, den Schulen und dem Verfassungsgericht. Die  evan-gelische Kirche rangierte mit  45 % im Mittelfeld, die katholische Kirche landete mit 27 % an 29. Stelle von 38 Befragten, direkt vor den Banken, der Börse und dem Zentralrat der Muslime, also im untersten Drittel.

Eine Einrichtung wie unsere Kirche, deren Kernthema Vertrauen, Glaube ist, hat in der Öffentlichkeit kaum noch Glaubwürdigkeit? Das läßt mich nicht kalt. Woran liegt das? Am Missbrauchsskandal, am Reichtum, an der Moral oder der Monotonie der Gottesdienste, an dem negativen Bild, das viele Medien verbreiten? Gründe mag es viele geben. Ich will dem nicht nachgehen. Ich frage mich nur: Fehlt in dieser Gesellschaft etwas, wenn die Kirche fehlt? Oder stärker gefragt: Fehlt etwas, wenn Gott fehlt, wenn Jesus fehlt? Von Jesus wird heute im Evangelium gesagt: Er sprach wie einer, der Vollmacht hat, also wie einer, der echt, authentisch, der glaubwürdig ist. Darum schlug er so viele Menschen in seinen Bann. Er hatte diese Glaubwürdigkeit, die wir so vermissen. Weiterlesen

Predigt vom 1.1.2018 – Neujahr

2018-01-01_Neujahr

Ein Guter Stern über Deinem Neuen Jahr

Liebe Schwestern und Brüder,

Der schönste Neujahrsgruß, den ich vorgestern bekam, hieß: Über deinem Neuen Jahr möge ein guter Stern stehen.

Der Maler der Mona Lisa, der große Wissenschaftler des 15. Jahrhunderts, Leonardo da Vinci, hat den Satz geprägt: „Binde deinen Karren an einen Stern.“ Hab im Leben eine Hoffnung, eine Vision. Ich sehe hier in der Kirche heute Abend viele ältere Menschen, die schleppen schon einen ziemlich schweren Lebenskarren mit sich herum, gefüllt mit ganz viel Arbeit, aber auch mit Erfahrungen von Abschieden, Trauer, Krankheit oder Enttäuschungen. Ist ihnen im letzten Jahr auch ein Stern aufgegangen, der es leichter machte, den Lebenskarren zu ziehen? Vielleicht die Geburt eines Kindes oder Enkelkindes, eine Gesundheit nach einer Krankheit, ein glücklicher Augenblick in der Familie, im Urlaub oder sogar beim Gottesdienst?

Weiterlesen

Predigt vom 24.12.2017 – Heilig Abend

2017-12-24_Heilig_Abend

Vom Neben-Menschen zum Mit-Menschen

Liebe Schwestern und Brüder,

„wir sehen im anderen Menschen nicht Mit-Menschen, sondern Neben-Menschen. Das ist der Fehler.“ Sagt ein Wort von Albert Schweizer. Sie haben in diesem Weihnachtsgottesdienst Menschen neben sich. Wie werden die Nebenmenschen zu Mitmenschen? Schauen Sie doch einfach mal nach rechts, nach links, nach vorne und hinten und reichen sie sich die Hand und wünschen sie  sich Frieden und Segen.—– Merken Sie, wie durch Zu-Wendung zum anderen, durch Hin-Wendung aus Neben-Menschen plötzlich Mit-Menschen werden können.

Weiterlesen

Predigt vom 17.12.2017 3.Advent

2017-12-17_3.Advent
Joh 1,6-8.19-28
Tore öffnen


Liebe Schwestern und Brüder,
warum heißt es im bekanntesten Adventslied eigentlich: „Macht hoch die
Tür, die Tor macht weit..“? Türen macht man doch nicht hoch, die macht
man auf. Die Tore hochzuheben ist ein Bild aus den alten Liedern, den
Psalmen des Alten Testaments. Da waren die Menschen in Palästina
als Nomaden unterwegs und lebten in Zelten. Die Zelttüren rollte man
nach oben. So heißt es in Psalm 24 „Hebt euch nach oben ihr Tore, hebt
euch ihr uralten Pforten.“

Weiterlesen

Predigt vom 10.12.2017 2.Advent

2017-12-10 _2._ Advent
Schrifttext: Mk 1,1-8
Du musst deine Leben ändern


Liebe Schwestern und Brüder,
Du mußt Dein Leben ändern! Das ist der Ruf des Johannes am 2.
Advent! Du mußt Dein Leben ändern! So hallt es aber auch durch die
Medienlandschaft unserer Zeit. Der Hausarzt empfiehlt mehr Sport.
Gesundheitsapostel fordern den Veggie-Tag , mehr Gemüse und Obst in
Kindergärten und Schulen. Ökopropheten raten, auf Kalorienbomben wie
Dominosteine, Marzipanformate, leckere Kaffeekapseln Espresso zu
verzichten. Warentester vermiesen die Freude an quietschbunten
Spielwaren und Weichmachern. Kinder esst mehr Bio-Eis, weniger
Gummibärchen. Der Papst will das Smartphone auf dem Petersplatz
verbieten. Klimaexperten verlangen die Reduzierung der Feinstaubbelastung: Fahr mehr Fahrrad, weniger Auto. Und Johannes der Täufer
meint, ändert euer Leben, das heiße auch, mehr an Gott und die
Endlichkeit des Lebens zu denken.
Ändert euer Leben! Eine unglaubliche Predigerei und Moralisiererei ist
da unterwegs. Das Problem ist nur: Die meisten interessiert das gar
nicht. Weiterlesen

Predigt vom 3.12.2017 1.Advent

2017-12-03_1. Advent
Schrifttext : Mk 13, 33-37
Wachet auf


Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder,
wie werdet ihr den morgens geweckt? (Mutter, Wecker, Handy)
Als ich Kind war, war ich im Internat. Da ging morgens einer über den
Flur und schrie ganz lauf Aufstehen, Aufwachen. Manchmal ging er auch
mit einem Gong.
Manchmal frage ich mich heute: Müssen wir nicht aufwachen, um zu
begreifen, was wirklich Weihnachten ist. Ist diese Zeit nicht eine einzige
Zeit des Konsumrauschs geworden? Aufwachen aus diesem Rausch.

Weiterlesen