Predigt vom 22.07.2018 – Papstfilm

2018-07-22-18.So.-i.J. – Zu Joh 6, 24-35

Papst-Film

Liebe Schwestern und Brüder,

„Die Menschen sind wie Schafe, die keinen Hirten haben“. Was dieser Satz Jesu bedeuten kann, las ich einmal bei Antoine de Saint-Exupéry. Exupéry war leidenschaftlicher Flieger. Sein tödlicher Absturz in der Wüste Sahara mit 44 Jahren blieb Jahrzehnte ungeklärt. Neueste Forschungen haben ergeben, dass ihn ein deutscher Düsenjägerpilot abgeschossen hat. Exupéry hat das nach der Bibel meist gedruckte Buch der Literaturgeschichte geschrieben, das Buch vom „Kleinen Prinzen“. Bis jetzt hat es eine Auflage von 140 Millionen Exemplaren erreicht. Die  zentrale Botschaft dieses Buches: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ In seinen anderen Büchern wie „Wind, Sand und Sterne“ oder die „Stadt in der Wüste“ kommt ein großes religiöses Ringen zum Ausdruck. Weiterlesen

Predigt vom 15.07.2018 – Abergeister

2018-07-15-15. So.- i.- J. – Zu Mk 6,1-7

ABER-Geister

Liebe Schwestern und Brüder,

kürzlich traf ich eine Frau, die mir von ihrer 20-jährigen Tochter erzählte. Ich nenne sie hier Katja. „Unsere Katja,“ sagte sie „hat überhaupt keine Idee für ihr Leben. Jetzt hat sie schon die vierte Ausbildung abgebrochen. Von ihrem Freund hat sie sich auch getrennt. Sie hängt nur rum, verliert immer mehr die Lebensenergie, hat zu nichts mehr Lust. Ich glaube, sie wird richtig depressiv. Auf jeden meiner Vorschläge reagiert sie mit Widerstand, manchmal sogar aggressiv. Bei einer Aufforderung, z.B. Bewerbungen zu schreiben, sich irgendwo vorzustellen, sagt sie: Aber, immer wieder aber, aber, aber, aber … Nichts geht bei ihr. Weiterlesen

Predigt vom 07.07.2018 Abgelehnt

2018_07-07_14._So._i.J.

Schrifttext: Mt 6,1-6

Abgelehnt

Liebe Schwestern und Brüder,

„sie nahmen Anstoß an ihm“,

Verstossbarkeit!! Ablehnung!! Jesus muss sie erfahren berichtet heute das Evangelium. Haben sie das in ihrer Biographie auch schon erlebt, verstossen, abgelehnt zu sein?

Von meinem 10. bis 18. Lebensjahr war ich Schüler eines Internats. Da wir oft monatelang nicht nach Hause durften, wurden viele von uns von Heimweh geplagt. Aber noch schlimmer als Heimweh war die Erfahrung der Verstossbarkeit. Für die Mitschüler, die in einer Internatsgruppe oder in einer Klassengemeinschaft ausgegrenzt wurden, war das Leben eine Hölle. Häufig wurden sie von Mitschülern körperlich gequält. Aber schlimmer noch war die Isolierung, sich also ganz allein zu fühlen mitten in der Gruppe, z.B. mit zig Mitschülern im Studier- oder Schlafsaal.

Solche ausgegrenzten Kinder hielten es in der Regel nicht lange in unserem Internat aus und verließen die Einrichtung oft sehr schnell.

Verstoßbarkeit! Ablehnung! Kein Geschöpf kann sie ertragen. Du kannst nicht einmal ein Pferd allein auf die Weide stellen, ohne dass es depressiv wird. Und der Mensch ist noch viel mehr als manche Tiere ein Gemeinschaftswesen. Weiterlesen

Predigt vom 07.07.2018 Insektensterben

2018-07-07_14. So.i.J._Heimathaus in Siddinghausen

Schrifttext Mt 6,24 ff

Insektensterben

Liebe Schwestern und Brüder,

der große Dalai Lama hat folgenden denkwürdigen Satz geprägt: „Wenn Du denkst, Du wärest zu klein oder zu schwach, um etwas zu bewirken, dann versuch mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum herumschwirrt.“ Das kennen wir alle, die Mücke im Schlafzimmer. Aber der Dalei Lama meint: Alles ist wichtig. Auch der kleinste Mensch kann Großes bewirken, und die winzigsten Lebewesen tragen zum Gesamthaushalt der Schöpfung bei. Was wären wir ohne den Fleiß der Ameisen, der Würmer, die unentwegt Humus produzieren. Was wären die Vögel ohne die Mücken, die großen Pflanzen ohne die Kleinen. Die Erde braucht nicht nur wunderbare Orchideen, sondern auch Gänseblümchen. Und das Kleine hat oft die größte Widerstandskraft, kämpft am zähestens ums Überleben. Erich Kästner hat schon gefragt: „Wer widersteht den donnernden Zügen, wenn sie heranrauschen. Es sind die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen.“

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Predigt vom 17.06.2018 Rede am Ehrenmal

2018-06-17_Rede_am Ehrenmal_zum Schützenfest

 Fragt uns, wir sind die letzten, wir sind zu ständig

vor hundert Jahren ging der erste Weltkrieg zu Ende, vor 73 der 2. Weltkrieg. Die letzte Generation, die das Grauen noch persönlich miterlebt hat, ist hoch betagt und stirbt langsam aus. Sie fordert uns auf:

Fragt uns, wir sind die letzten, wir sind zuständig

wir tragen die Todesschreie unserer Freunde in uns,

sie haben sich eingebrannt in unser Gehirn,

und wandern durch unsere Albträume

in jenen endlos schlaflosen Nächten. Weiterlesen

Predigt vom 15.06.2018 Schützenfest

2018-06-17_11. So.im J.

Schrifttext Mk 4,26-43

Schützenfest

Liebe Schützenbrüder, liebe Schwestern und Brüder,

es geschah am letzten Samstag, 20. Mai 2018 in einem Vorort von Paris. Im vierten Stock eines Hochhauses war ein vierjähriges Kind über das Geländer eines Balkons geklettert und hing lebensgefährlich an diesem Geländer in der Luft. Ein Nachbar, durch eine Trennwand behindert, konnte das Kind nicht hochziehen. Da kletterte plötzlich ein 22-jähriger Flüchtling aus Mali in Westafrika  in Windeseile die Fassade Stockwerk um Stockwerk empor, um das Kind zu retten. Oben angekommen schnappte er sich das Kind und brachte es in Sicherheit.

Als man ihn später fragte, wie er denn auf die Idee gekommen sei, so schnell und so riskant zu reagieren, da antwortete er: „Ich weiß auch nicht, ich mußte es einfach tun. Beim dritten Stockwerk merkte ich plötzlich, wie gefährlich das war. Aber da wollte ich nicht mehr zurück.“ Weiterlesen