2018-09-16-24.-So. im Jahreskreis: Aktive Sterbehilfe?
Mk 8,27-35
Liebe Schwestern und Brüder,
wer bin ich? Was macht mich aus? Das ist eine Grundfrage des Menschen. Sie brennt auch Jesus auf der Seele. Er stellt sie heute seinen Jüngern.
Wer bin ich? Wer bin ich als Mensch? Diese Frage ist mir in diesem Sommer sehr eindrücklich bei der Walburga-Wallfahrtswoche in Wormbach im Sauerland begegnet. Dort traf ich auf eine Ordensschwester, eine Dominikanerin, aus Zürich in der Schweiz. In der Schweiz gibt es aktive Sterbehilfe und Institute wie Dignitas, zu deutsch würdiges Sterben, bieten sie an. Die Dominikanerin erzählte von einer Frau, die unter schweren Depressionen litt. Ständigen Panik- und Verzweiflungsattacken hatte. Weil sie das Leben nicht mehr aushielt, hat sie bei der zuständigen medizinischen Kommission den Antrag auf aktive Sterbehilfe gestellt. Als sie die Erlaubnis bekommen hatte, bat diese Frau die Schwester, bei ihrem Sterben dabei zu sein. Sie begründete das damit, dass sie an Gott und auch an das ewige Leben glaube. Die Schwester hat eingewilligt und erzählte, dass an dem entsprechenden Tag zwei Mitarbeiter von Dignitas den Sterberaum hergerichtet und die tödliche Infusion angeschlossen hätten. Den Knopf, der die Infusion in Gang brachte, mußte die Frau bei vollem Bewusstsein selbst drücken. Die Mitarbeiter von Dignitas setzten sich in eine Ecke des Raumes und blieben auf Entfernung. Die Schwester saß direkt am Bett und betete so lange, bis die Frau friedlich eingeschlafen war. Zu mir sagte die Schwester, die Frau wäre ganz einsam gestorben, wenn sie nicht da gewesen wäre. Weiterlesen