Predigt vom 29.1.2017 in St.Vit – Lichtblick-Gottesdienst

2017-01-29 Lichtblickgottesdienst in St. Vit
Thema: Der Grund unter dem Abgrund

Liebe Schwestern und Brüder,
„Wir Menschen sind ein bodenloses Fass, solange wir nicht den Grund kennen.“ So lautet ein Satz von Simone Weil, eine der großen christlichen Frauen des 20. Jahrhunderts. 1909 als Jüdin in Paris geboren, verdrängte sie bald ihre jüdischen Wurzeln und war in jungen Jahren eine radikal bekennende Atheistin. Aber irgendwann zog es die Suchende in einen Gottesdienst der Benediktinerabtei Solesmes. Da traf sie wie ein Schlag die Erkenntnis: Der einzige Weg zum Menschen ist der Weg Jesu. Denn es ist der Weg, der dich immer wieder zu den gestrandeten, unterpriviligierten und verzweifelten Menschen führt. Simone Weil gab ihren Beruf als Lehrerin auf und wurde – heute würde man sagen – Streetworkerin. Nach unzähligen Begegnungen mit Arbeitslosen, obdachlosen Kindern und ärmsten Familien erkannte sie, dass die Menschen einem Fass ohne Grund gleichen. Sie versuchte mit unendlicher Geduld diesen Menschen zu vermitteln, dass Jesus der Grund unter ihren Abgründen sein will. Denn er hatte gesagt: Ich bin der Weg (unter eurem Leben). Wenn sie also fielen, dann könnten sie nur bis auf diesem Weg stürzen und fänden die Kraft neu aufzustehen. …

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Predigt vom 22.01.2017 – Umwertung der Werte

Predigt zum 3. Sonntag im Jahreskreis 2017-01-22
Mt 4,12-17
Umwertung der Werte

Liebe Schwestern und Brüder,
Wir spüren es deutlich im Januar 2017: Diese Zeit vibriert, sie bebt, sie ist nervös, bisweilen sogar hysterisch. Ungelöste Fragen lösen eine zerreißende Spannung aus, auf politischer Ebene z.B.: Was wird aus Amerika, wie gehen die Wahlen in Deutschland und in Europa in diesem Jahr aus? …

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Predigt zu Neujahr – Gott ist Rettung

Predigt zu Neujahr 2017
Schrifttext: Lk 2,16-21
Thema: Gott ist Rettung

Liebe Schwestern und Brüder,
der Name Jesu ist Programm: „Gott ist Rettung“, so heißt er zu deutsch.
Während die Muslime bei jeder Gelegenheit bekennen Allahu akbar, „Gott ist groß“, lautet das christliche Glaubensbekenntnis „Gott ist Rettung.“
Aber wieviel Rettung war im Jahr 2016? …

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Predigt vom 24.12.2016 – Weihnachten

Predigt zu Weihnachten 2016-12-24
Lk 2,1-14
Jesus ist da

Liebe Schwestern und Brüder,
müsste man die Weihnachtsgeschichte heute nicht so schreiben:
„Es begab sich aber zu der Zeit: Da ging vom Internetversandt Amazon ein Angebot aus, das alle Menschen auf dieser Welt daran erinnerte, dass es spezielle Angebote und insbesondere die neue Playstation 4 gab. Jedermann, der etwas auf sich hielt, wollte natürlich eine solche Konsole sein Eigen nennen.
Da Josef und seine schwangere Frau Maria zu der Zeit ein Kind erwarteten, wollten sie diesem sofort die größten Geschenke machen. Schließlich hatten sie nur eine Playstation 3 zu Hause und das Kind sollte sofort up-to-date sein.
So kam es, dass sie zuerst zu Müller und zu Kaufhof gingen. Dort wurden sie abgewiesen wegen Überfülle. Daraufhin gingen sie zu Saturn und anderen Media-Märkten, wo jedoch alle neuen Playstation schon ausverkauft waren.
Doch gerade als sie die Hoffnung aufgeben wollten, erhielt Josef eine weitere Mail von Amazon, in der stand:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn heute können alle Bewohner des Landes kostenlos die Prime-Mitgliedschaft bei Amazon testen!“
Voller Glück bestellten Maria und Josef also über ihre mobile App die Konsole für ihren Sohn und anstatt am 06. Januar kamen drei heilige Männer in schwarzgelben Uniformen von DHL, Hermes oder UPS schon am 24. Dezember.
Josef war überglücklich und lud sofort alle Nachbarn und Arbeitskollegen vom Hirtenverband zum Feiern ein.“ …

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Predigt vom 24.12.2016 – Lichtblick-Gottesdienst

2016-12-24 Lichtblickgottesdienst für Trauernde am Morgen des Heiligen Abends:

Die Kindheitsgeschichten Jesu nach Matthäus und Lukas, wie sie uns und unsere Zeit berühren können

„Es geschah in einer Nacht, in einer Ecke am Rande der Welt, wo es eigentlich immer Nacht bleibt, auch wenn hell die Sonne scheint. Denn die Menschen in dieser Gegend sind Gestalten der Nacht, die einen als Tagelöhner, die geradezu ohne Lohn, höchstens für die Kost die Schweine, Ziegen und Schafe der Großgrundbesitzer bewachen. Sie sind im Leben überall gescheitert, gestrandet hinter diesem armseligen Dorf nahe der Wüste, das man Betlehem nennt. Andere haben nirgends eine Heimat gefunden, wurden überall rausgeworfen, auf der Flucht vor den Bürgerlichen und gut Situierten. In einer solchen Gegend werden Salafisten und Terroristen geboren, damals unter Quirinius, dem Statthalter von Syrien und unter Augustus, seinem Kaiser in Rom. Generationen später heißt der Statthalter Assad von Syrien und sein Imperator, der sitzt in Moskau.
Aber in einer dieser unseligen Nächte geschah etwas ganz anderes. …

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Predigt vom 18.12.2016 – Gebrochenes Herz

Predigt zum 4. Adventssonntag 2016-12-18
Gebrochenes Herz
Zu Mt 1,18-24

Liebe Schwestern und Brüder,
Die Frau, die mit allen politischen Wassern gewaschen ist, der so schnell keiner das Wasser reichen kann, die so vielen mit ihr konkurrierenden Männern gezeigt hat, wo der Hammer hängt, die Frau, die viele für die mächtigste der Welt halten, ausgerechnet diese Frau sagte diese Woche einen Satz, der ganze seelische Abgründe offenbart: „Es bricht mir das Herz.“ Die Bundekanzlerin schaute auf Aleppo, auf das Massaker an Frauen, Kindern, Greisen und Männern in Syrien. Und sie sprach diesen Satz in dieser Woche mehrmals: „Es bricht mir das Herz, weil wir politisch nicht so handeln konnten, wie wir mussten.“ Von Aleppo schrieb ebenfalls in dieser Woche eine Zeitung den Satz: „Da beneiden die Verletzten die Toten, weil die diesen unsagbaren Schmerz nicht mehr aushalten müssen.“
Es bricht mir das Herz, es zerreißt mir das Herz? Ist das die Zerreißprobe in der Politik der heutigen Zeit? …

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Predigt vom 11.12.2016 – Friedensnobelpreis

Predigt zum 3. Advent, 2016-12-11 (Bür 11.00)
Friedensnobelpreis zu Mt 11,2-11

Liebe Schwestern und Brüder, an diesem Wochenende wurden die Nobelpreise verliehen. Bob Dylan ist nicht nach Stockholm gereist. Keiner weiß warum? Vor 6 Jahren wurde einem Menschen der Friedensnobelpreis 2010 verliehen, der konnte nicht nach Oslo reisen, weil er in China im Gefängnis saß und bis heute dort ein erbärmliches Leben fristen muss, der Schriftststeller Liu Xiaobo. Liu Xiaobo hatte im Jahre 2008 wesentlich die Charta der Menschen-rechte in China initiiert und verbreitet. Deswegen warfen sie ihn ins Gefängnis. …

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