Predigt vom 25.12.2025 – Weihnachten

Predigt zu Weihnachten 2025 – Joh 1,1-18

Liebe Schwestern und Brüder,

Im September dieses Jahres 2025 haben drei Schwestern des ehemaligen Klosters Goldenstein in Österreich den Aufstand gewagt, Schwester Bernadette 88 Jahre alt, Schwester Regina, 86 Jahre und Schwester Rita, 81 Jahre, alle drei Augustiner Chorfrauen, ehemalige Lehrerinnen. Man hatte ihr Kloster Anfang 2024 aufgelöst und die drei Schwestern in ein Altenheim verbracht. Die konnten sich damit nicht abfinden, haben sich im September ein Auto gemietet und sind in ihre alte Heimat zurückgefahren, um dort weiter zu leben. Dort fanden sie das Kloster verwüstet vor, das Refektorium, die Kapelle, die Klosterzellen alles voller Gerümpel. Sie begannen mit der Entrümpelung.                     

Da aber das Kloster früher eine Schule und ein Internat betrieben hatte, wurden jede Menge ehemalige Schülerinnen auf diese Aktion aufmerksam. Sie rückten in Scharen an, halfen bei der Entrümpelung, brachten den Schwestern Essen, richteten eine Internetseite ein, auf der sie ausführlich von der Bdeutung des Klosters, des Gymnasiums berichteten und auch von dem, was dort gerade lief. Die Seite auf  der Plattform Instagram hat inzwischen 280.000 Follower. Die vom Kardinal in Wien hat gerade mal 20.000 Follower. Nichts in der katholischen Kirche hat im letzten Jahr mehr Aufmerksamheit hervorgerufen als der Aufbruch dieser drei alten Ordensfrauen. Im Advent traf ein Brief aus Rom ein, vom Dikasterium für die Ordensleute, also von jener Behörde im Vatikan, die für die Orden zuständig ist. Aber leider stand in diesem Brief nichts, was die Schwestern und Schüler sich wünschten. Da stand nicht: Ihr dürft bleiben. Es wurde viemehr aufgefordert, zunächst mal Ruhe zu bewahtren, die Internettätigkeiten zu reduzieren. Über den Verbleib würde später entschieden.

Warum erinnere ich an diese Aktion heute am ersten Weihnachtstag? Was hat das zu tun mit der zentralen Botschaft dieses Festes: „Im Anfang war das Wort und das Wort  war bei Gott, und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ In einer Auslegung dieser Stelle hat die evangelische Theologin Dorothee Sölle einmal gesagt: Das Wort ist Fleisch geworden heißt, Jesus ist das von Gott in uns, in ihm ist Gott in unsere DNA übergegangen, seitdem wohnt Gott in uns und unter uns. Seitdem gibt es in jedem von uns das Gottesgen. Die Sölle erzählt dazu eine kleine Geschichte. Sie hatte sich mit ihrem Mann einmal in den Strassen New Yorks verlaufen. Da sah sie einen Bauarbeiter auf einem Gerüst und fragte ihn  nach dem Weg. Der antwortete ihr. Weiß ich doch nicht! Bin ich vielleicht Jesus? Sie antwortete ihm: Ja, sie sind Jesus, denn Gott ist Mensch/Fleisch geworden.

Der Arbeiter war völlig verwirrt. 

Gott ist Mensch geworden, nicht nur ein bischen für unsere theologischen Diskurse oder die krichlichen Verlautbarungen,oder auf den Hochältärenm verehrt in weihrauchgeschängerten Hochämtern, nein Gott ist Mensch, ist Fleisch geworden bis in unseren kleinen Finger hinein. Gott läßt sich also hineinziehen in unser Fleisch, in unseren Schmutz,den ganzen Dreck und Müll, in unsere Schuld, unsere Ängste und Abgründe,in die unsäglich quälenden Fragen, Hoffnungen, Schmerzen, in unser Schmachten und Dürsten, sogar in unseren Tod.

Hatten das nicht genau diese Augustiner Chorfrauen erkannt: Menschwerdung Gottes geschieht nicht allein in kirchlichen Behörden, im Vatikan oder im Katholischen Pfarramt von Elsbethen und  dem Ordinariat vom  Bistum Salzburg, die unser Kloster und die Schule übernommen haben.Menschwerdung geschieht vor allem in unserer DNA, in unserer Identität. Und darum lassen wir uns unsere Glaubensheimat nicht so einfach nehmen. Und als plötzlich alte Ordensfrauen zu ihrer Identität stehen, da ruft das etliche andere Menschen auf den Plan, die daran auch sich selbst und ihre christliche Glaubensprägung wieder entdeckten. Einge der Schülerinnen sagen: Wir helfen den Schwestern, weil sie früher und geholfen haben zu einer guten Lebensprägung. Auch wenn Schwester Bernadette früher sehr streng war, sie war immer gerecht. Genau das brauchten wir damals. Wir sind die vom Kloster  Goldenstein, wir sind jedenfalls wer, denn auf unserer Schule war sogar die Romy Schneider, die die Kaiserin von Österreich spielte. Was will man mehr?

Das Wort wird Fleisch/Mensch geworden und trägt am Ende nach der Johannestradition den Namen Liebe. Durch die Menschwerdung ist „Gott am Ende die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Mutter Theresa, die in jedem Menschen in Indien, den sie auf der Strasse sterben sah den fleichgewordenen Gott sah, sie hat einmal gesagt: „Ich habe erlebt, dass der Mensch leben kann sogar mit ständigen Hunger, mit Aussatz und Lepra, aber neimals ohne Zuwendung, niemals ohne Liebe.“ Ich wünschte mir, dass das Dikasterium  in Rom mit den alten Schwestern nach dieser biblischen Prämisse der Liebe umginge, dass wir erkennenm dass wir unsere Kirche nur wieder beleben, indem wir uns an unsere Identät des menschgewordenen Gottes erinnern und an unsere Fähigkeit zur  Zuwendung. Amen.


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